Logo Volkskultur

"Wie war das damals?"

Informationen für Praktiker

Lade Karte ...

Datum/Zeit
Daten - 03. Apr 2017
19:30 - 21:00

Veranstaltungsort
Wastl Fanderl Schule
Mauerkircherstraße 52
81925 München

Kategorien


Musikalische Volkskultur in Oberbayern 1770-1830 

– Die Entdeckung der Lieder, Musik und Tänze der Landbewohner durch die Bildungsbürger in der Zeit nach der Französischen Revolution bis zum Biedermeier –

In den Jahren vor der Französischen Revolution besinnen sich einige Literaten und Forscher auf die Wurzeln des Menschseins und wenden sich von der teils manirierter und oberflächlicher werdenden Kunstmusik ab. Johann Gottfried Herder wird die Erfindung des Begriffes „Volkslied“ Anfang der 1770er Jahre zugeschrieben. Im Kurfürstentum Baiern „entdecken“ Reiseschriftsteller, Mundartforscher oder Kameralisten die Musik und die Gesänge der einfachen Leute. In Heidelberg geben junge Studenten die Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ in der Zeit der Napoleonischen Kriege heraus. In München sind Mitarbeiter der damaligen Hof- und Nationalbibliothek als Liedersammler tätig. Bei den Bällen in der Stadt erklingen Ländler und „Nationaltänze“, die ihrerseits wieder die Landbewohner inspirieren. Die bürgerlichen und adeligen Sommerfrischler, die dem Wittelsbacher Königshof aufs Land folgen, erleben z.B. die Musikanten in Berchtesgaden, die sich Ende der 1820er Jahre dann auf die Reise nach München machen. Anhand schriftlicher Quellen, Lieder, Noten und historisierender Tonaufnahmen geben Ernst Schusser und Eva Bruckner Einblicke in diese politisch, sozial und kulturell bewegten Jahrzehnte, die in ihren Auswirkungen teils heute noch erfahrbar sind.V/Org.: Münchner Schule für Bairische Musik, Ltg. Moritz Demer, Tel. 089/988887.