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Strizzis Lackln Goaßlschnalzer

Bayernbilder und volkstümliche Unterhaltung, mit Andreas Koll

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Datum/Zeit
Daten - 19. Feb 2018
19:00 - 20:30

Veranstaltungsort
Wastl Fanderl Schule
Mauerkircherstraße 52
81925 München

Kategorien


Strizzis Lacken Goaßlschnalzer – Bayernbilder und volkstümliche Unterhaltung

Auch heuer ist wieder Andreas Koll – Leiter des Karl Valentin Museums zu Gast in der Wastl Fanderl Schule.

Das Land Oberbayern ist ein gesegnetes Land, gesegnet durch unbeschreibliche Schönheit. Wer Idyllen sucht zum Verweilen, wird sie hier finden. „Idyllen machen Hoffnung, wenn woanders der Irrsinn tobt.“ (Klaus Kufeld, 2011).  „Wenn ich auf’s Land fahr such ich Idyllen, such ich nach dem innersten in mir selbst, nach Bildern für mein innerstes. Im Innersten möchte ich mich wohl fühlen, da soll das Leben schön sein und richtig.“ (Katharina, 2013). Keine Gegend in Deutschland wurde derart zur „Marke“, wird derart mit Mythen, Vorurteilen und Klischees beladen, wie das Land Bayern. Die Marke Bayern besagt: In Bayern gehen die Uhren immer „a bissl“ anders. Hier ist es normal „a bissl“ verrückt zu sein. Bayern ist bodenständig, gefeit gegen Moden und Schnelllebigkeit. In Bayern herrscht die Liberalitas Bavariae. Sie steht für Weltoffenheit, für „Leben und Leben lassen“. Und der Föhn weht immer ein bisschen Italien herüber, Leichtigkeit und Lebenslust. Außerdem: Bayern ist ursprünglich und wild. In Bayern wird seit jeher geplattelt, gerauft, gefensterlt, gesungen, gebetet, gewildert und viel getrunken. Aus den Vorlieben der Bayern wurden Bräuche, Rituale, Traditionen. Tradition meint immer beides, Theater und Leben. Das Land Bayern bedeutet Kulisse, Bühne, besonders für die Besucher aus nah und fern. Und die Leute, die hier wohnen, haben seit weit über 100 Jahren verinnerlicht sich selbst zu inszenieren, „eigenartig“ zu sein. Doch sie nehmen ihre Rollen ernst. Für sie ist das Vorführen und Ausleben ihrer Bräuche auch Herzensangelegenheit und Ausdruck für den Satz: „So samma, und i bin oana davon.“ Man ist stolz darauf, sich im Besonderen von allen andern unterscheiden zu können. Das Alltägliche wird so zum Theater und dieses Theater gibt vor das alltägliche zu zeigen. Auf Fremde wirkt das seit je her extrem exotisch.

Der Flyer zum Download
Andreas Koll

Jahrgang 1956, Studium der deutschen und vergleichenden Volkskunde in München;  anschließend als Musiker und Komponist tätig. Seit 1998 Publikationen zur Münchner Volkssänger-Unterhaltung, 2002 „Karl Valentin: Gesamtausgabe Ton“, seit 2011 Mitherausgeber der CD-Reihe „ Stimmen Bayerns“. Im Jahr 2007 Kurator der Daueraustellung „An jedem Eck a Gaudi“ im Valentin-Karlstadt-Musäum zur Münchner Volkssänger Unterhaltung, 2008 Kurator der Ausstellung „Volkskünstlerinnen“ in der Monacensia München und 2013 Kurator der Ausstellung „Strizzis, Lackln, Goaßlschnalzer – Bayernbilder und volkstümliche Unterhaltung“ im Bauernhaus Museum Amerang. Seit 2009 betreut Andreas Koll die städtischen Sammlungen im Valentin-Karlstadt-Musäum.